Veranstaltungen - 16.03.2026 - 08:00
Im Rahmen der vom Critical Ethnography Collective an der School of Humanities and Social Sciences (SHSS) organisierten Reihe „Ethnography Talks“ teilten zwei Early Career Fellows für Forscher:innen aus dem Globalen Süden am St.Gallen Collegium, Dr. Khanyile Mlotshwa und Dr. Robby Kapesa, ihre Überlegungen zur Komplexität ethnografischer Forschung.
In ihrem Vortrag „Ethnographie als zweischneidiges Schwert und die Möglichkeiten des Wissens in Afrika“ untersuchten sie die besonderen Herausforderungen, die entstehen, wenn Wissenschaftler:innen in ihren eigenen Gemeinschaften forschen. Als afrikanische Forscher:innen, die sich mit afrikanischen Kontexten befassen, diskutierten sie, wie die Unterscheidung zwischen „dem Feld“ und dem Alltag verschwinden kann, was den Forschungsprozess sowohl intellektuell bereichernd als auch persönlich anspruchsvoll macht.
Ihre Präsentation verdeutlichte, wie diese Nähe einzigartige methodologische und ethische Dilemmata in der ethnografischen Feldforschung hervorruft. Gleichzeitig gingen sie auf strukturelle Herausforderungen ein, denen sich Wissenschaftler:innen aus dem Globalen Süden bei der Auseinandersetzung mit dem internationalen akademischen Publikationswesen gegenübersehen, darunter Erwartungen und Standards, die weitgehend von disziplinären Traditionen im Globalen Norden geprägt sind.
Die Diskussion eröffnete einen wichtigen Raum, um darüber nachzudenken, wie Wissen über Afrika produziert wird, wessen Perspektiven wissenschaftliche Debatten prägen und wie ethnografische Praxis Forscher:innen, die in ihren eigenen sozialen Welten arbeiten, sowohl stärken als auch einschränken kann.
