Podcasts - 27.01.2026 - 08:23 

Ohne Senf Episode 3 - Andreas Lingg: «Unsere Epoche enthemmter Ökonomie steht vor einem tiefgreifenden Umbruch»

In dieser Episode zeigt Dr. Andreas Lingg, welche zentralen Lehren der mittelalterliche Bergbau für Wachstum, Freiheit und unseren KI-Umbruch bietet.

Was hat der spätmittelalterliche Bergbau mit unserer Gegenwart zu tun?

Warum ist die Geschichte von Silberminen, Fürsten und „wimmelnden” Grubenbildern von zentraler Bedeutung, wenn wir über Freiheit, Wachstum und die Krise der Gegenwart nachdenken?

In dieser Folge spricht Wolfram Eilenberger mit dem Philosophen und Historiker der Frühen Neuzeit Dr. Andreas Friedolin Lingg über Epochenschwellen, Überflussversprechen und die Frage, ob unsere „Wachstums“-Obsession nicht bereits ein historischer Restposten ist.

Andreas Lingg erklärt, wie der Bergbau eine „enthemmte Ökonomie“ hervorbrachte, die von prinzipiell steigerbarem Reichtum und scheinbar unerschöpflichen Ressourcen ausging. Gleichzeitig verschränkten sich politische Herrschaft und ökonomische Investition, wodurch traditionelle Ordnungen ins Rutschen gerieten und neue Formen von Vielfalt, Dynamik und Risiko entstanden. Diese Konstellation erinnert an aktuelle Debatten um Digitalisierung und künstliche Intelligenz, in denen erneut die Frage virulent wird, wie viel Ungleichheit demokratische Gemeinwesen aushalten können.

Dr. Andreas Friedolin Lingg ist Philosoph und Historiker mit Schwerpunkt auf ökonomischer Ideengeschichte, Wirtschafts- und Wissensgeschichte der Frühen Neuzeit. Er lehrt und forscht u. a. an der Universität Witten/Herdecke, wo er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Projektleiter und Forschungsbeauftragter am WittenLab. Zukunftslabor Studium fundamentale tätig ist. Er ist außerdem Mitglied des Direktoriums am International Center for Sustainable and Just Transformation (tra:ce). Zuvor war er Kenneth E. Boulding Fellow an der Universität Mannheim und ist derzeit als Hans Christoph Binswanger Fellow Teil des St. Galler Collegiums.

north