Unsere Fellows

Collegium 2026/2027 Fellows List

Wir freuen uns, Ihnen unsere Fellows vorzustellen, die das akademische Jahr 2026/27 in St. Gallen verbringen:

Prof. Dr. Martin Ebers, Robotics & AI Law Society (RAILS - Deutschland) und Universität Örebro (Schweden)

Prof. Dr. Martin Ebers, Robotics & AI Law Society (RAILS - Deutschland) und Universität Örebro (Schweden)

Michael Hilti Fellow

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Angesichts des zunehmenden Einflusses digitaler Technologien auf unsere Gesellschaft ist digitale Souveränität unerlässlich, um Grundrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu wahren. 

Projekt am Collegium: Der Rechtsrahmen für digitale Souveränität: Individuelle Autonomie und institutionelle Governance im Zeitalter Künstlicher Intelligenz

Abstract zum Projekt: Künstliche Intelligenz beeinflusst sowohl die Autonomie des Einzelnen als auch die Fähigkeit staatlicher Institutionen, digitale Technologien zu regulieren. Das vorliegende Forschungsvorhaben untersucht den Rechtsrahmen digitaler Souveränität aus zwei sich ergänzenden Perspektiven: Erstens wird der Frage nachgegangen, wie sich sogenannte KI-Companions – digitale Systeme, die darauf ausgelegt sind, Einfühlungsvermögen und emotionalen Beistand zu simulieren – auf die individuelle Selbstbestimmung auswirken und ob der bestehende EU-Rechtsrahmen in den Bereichen Verbraucherschutz, Datenschutz, Produktsicherheit und -haftung sowie der Grundrechte einen hinreichenden Schutz vor Manipulation und emotionaler Abhängigkeit gewährleistet. Zweitens wird untersucht, wie der erste internationale rechtsverbindliche Vertrag über KI, das sog. Rahmenabkommen des Europarats über Künstliche Intelligenz, in der Schweiz umgesetzt werden könnte, um Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit wirksam zu schützen, ohne dabei Innovationen unverhältnismäßig einzuschränken. Durch die Kombination rechtsvergleichender Analyse mit Erkenntnissen aus anderen Disziplinen wird das Projekt untersuchen, wie individuelle Autonomie und institutionelle Governance in einer von KI geprägten Gesellschaft in Einklang gebracht werden können.

Zur Person:

  • Präsident der Robotics & AI Law Society (RAILS), Deutschland
  • Leader des WASP-HS Research Cluster “The Rule of AI”, Schweden
  • Professor für IT-Recht an der Universität Tartu, 2019-2026, Estland
  • Geschäftsführender Herausgeber, The Cambridge Forum on AI: Law & Governance, Cambrdige University Press, Großbritannien 
  • Promotion und Habilitation an der Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland 

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Prof. Dr. Minna Ruckenstein, Universität Helsinki

Prof. Dr. Minna Ruckenstein, Universität Helsinki

Ria & Arthur Dietschweiler Fellow

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Digitale Souveränität zwingt uns dazu, uns zu fragen, wie wir die Bedingungen unseres digitalen Daseins verbessern können.

Projekt am Collegium: Dimensionen der Autonomie in den Beziehungen zwischen Mensch und KI

Abstract zum Projekt: Mein Projekt untersucht Dimensionen der Autonomie in den Beziehungen zwischen Mensch und KI. Aufbauend auf Forschungen zur algorithmischen Kultur und meinen früheren Arbeiten zum "Gefühl von Algorithmen" untersuche ich verschiedene Haltungen gegenüber LLM-gestützten Technologien im Alltag und in institutionellen Kontexten. Ich gehe der Frage nach, wie KI das Handeln von Menschen prägt und neu ordnet und wie diese ein Gefühl der Autonomie erlangen und aufrechterhalten. Der Schwerpunkt liegt auf epistemologischen Fragen: Wie KI-Systeme epistemologische Handlungsfähigkeit unterstützen oder untergraben, wie sie das Spektrum verfügbarer Perspektiven einschränken und wie sie Autorität so verlagern können, dass dies einem epistemologischen Umsturz gleichkommt.

Zur Person: 

  • Professorin für neu entstehende Technologien in der Gesellschaft an der Universität Helsinki; Promotion in Kulturanthropologie
  • Gründerin des "Datafied Life Collaboratory"
  • Autorin einflussreicher Veröffentlichungen, darunter die Monografie The Feel of Algorithms sowie Artikel in führenden Fachzeitschriften wie Big Data & Society, Science, Technology & Human Values, New Media & Society, Social Science & Medicine und The Annual Review of Anthropology
  • Leiterin bedeutender nationaler und internationaler Forschungsprojekte, die untersuchen, wie automatisierte Entscheidungsfindung und algorithmische Systeme die menschliche Handlungsfähigkeit, Werte und Zukunftsentwürfe in Europa und China prägen
  • Erfahrene internationale Forschungsleiterin und Mentorin mit einer beeindruckenden Bilanz bei der Betreuung von Doktorierenden und Postdoktorierenden, Mitgliedschaften in Redaktionsbeiräten, Gastvorträgen an bedeutenden Universitäten, Beratungsaufgaben sowie Beiträgen im Bereich "Open Science", darunter "Citizen Mindscapes" und die "REAL Cards" zur Reflexion über Werte in algorithmischen Systemen

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Dr. Lina Zedriga Waru, Uganda

Dr. Lina Zedriga Waru, Uganda

SENN Fellow

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Digitale Souveränität ist mir wichtig, weil sie uns die Freiheit gibt, unsere eigenen Geschichten zu erzählen, anderen durch ihre Geschichten zu begegnen und aus Sichtbarkeit Verständnis und aus Verständnis Brücken entstehen zu lassen.

Projekt am Collegium: Demokratische Resilienz und digitale Souveränität in Afrika: Uganda als Pilotfall

Abstract zum Project: Dieses Forschungsprojekt untersucht das Verhältnis von digitaler Souveränität und demokratischer Resilienz am Beispiel Ugandas. Es geht der Frage nach, wie Livestreams, Bürgerjournalismus und digitale Netzwerke öffentliche Zeugenschaft, Verifizierung, politische Teilhabe und den Schutz von Bürgerinnen und Bürgern unterstützen können. Zugleich untersucht es die Risiken von Überwachung, Internetsperren, Desinformation, Propaganda und ungleichem Zugang zu digitalen Technologien. Im Zentrum steht die Frage, wie Bürgerinnen und Bürger, Institutionen und die Zivilgesellschaft in digital geprägten Öffentlichkeiten Handlungsmacht über Information, Kommunikation und politische Teilhabe bewahren oder zurückgewinnen können. Das Projekt verbindet rechtliche und politische Analysen mit qualitativen Fallstudien und bezieht Gesetzgebung, dokumentierte Vorfälle, institutionelle Praxis sowie unmittelbare politische Erfahrungen ein.

Zur Person:

  • Dr. Lina Zedriga Waru Abuku ist eine ugandische Juristin, Friedens- und Konfliktforscherin, ehemalige Richterin, politische Führungspersönlichkeit und engagierte Vertreterin sozialer Gerechtigkeit. Ihre Arbeit verbindet Recht, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und unmittelbare politische Erfahrung.
  • Ihre Forschungsschwerpunkte liegen auf demokratischer Resilienz, Geschlechtergerechtigkeit, politischer Teilhabe und digitaler Souveränität. Im Mittelpunkt steht dabei das Zusammenspiel von rechtlichen Rahmenbedingungen, politischen Institutionen, digitalen Technologien und der Handlungsmacht von Bürgerinnen und Bürgern. 
  • Ihre akademische Forschung wird durch eine dokumentarische Zusammenarbeit mit dem deutschen Journalisten und Filmemacher Konrad Hirsch ergänzt. Dabei verbinden sich dokumentarische Recherche, visuelles Erzählen und öffentliche Vermittlung. Gemeinsam untersuchen beide Bereiche, wie von Bürgerinnen und Bürgern erstellte Dokumentationen und digitale Sichtbarkeit zu Verifizierung, Rechenschaft, Schutz und grenzüberschreitendem Verständnis beitragen können.

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Dr. Thomas Ramge, Autor, Berlin

Dr. Thomas Ramge, Autor, Berlin

Senior Outreach Fellow 

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Europa wird nur durch radikale Innovationen wieder technologisch souveräner werden.

Projekt am Collegium: Erfinden statt imitieren: Der Innovationsimperativ für selektive technologische Unabhängigkeit

Abstract zum Project: Europas Politiker feiern KI-Regulierung und reden von der "souveränen Cloud". Unterdessen bauen unsere Wettbewerber die technologischen Fähigkeiten, die die nächste Generation digitaler Infrastruktur definieren werden. Das ist die eigentliche Herausforderung. Nur wenn wir Europäer diese annehmen und mit radikalen Innovationen Spitzentechnologie schaffen, werden europäische Werte und Interessen im digitalen Zeitalter wieder an Gewicht gewinnen. Auf Grundlage der Prinzipien der "Useful Fiction" erkunde ich eine mögliche Durchbruchsinnovation an der Schnittstelle von Chipentwicklung und Kernfusion: ein narratives Szenario, in dem Europa bis 2032 dank radikaler Innovation ein erhebliches Maß an technologischer Souveränität zurück gewinnt. Die Geschichte basiert auf einer real existierenden Technologie und einem realen Deep-Tech-Startup.

Zur Person: 

  • Bestsellerautor von über 20 Sachbüchern, die in über 20 Sprachen erschienen sind
  • Keynote-Speaker und Wissenschaftskommunikator
  • Zahlreiche Publikationspreise, darunter der Deutsche Essaypreis, der Axiom Business Book Award (Goldmedaille, Wirtschaft), PWC Best Business Book of the Year on Technology and Innovation, getAbstract International Book Award, der Herbert-Quandt-Medienpreis und der Deutsche Wirtschaftsbuchpreis
  • Podcast-Moderator ("SPRIND" und "Tiefes Wissen")
  • Associated Researcher am Einstein Center Digital Future Berlin; Promotion zum Thema Szenarien der KI-gestützten Entscheidungsfindung (in Techniksoziologie an der Hochschule der Künste Braunschweig)

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Dr. Salma Aqida, Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

Dr. Salma Aqida, Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)

Kistefos Fellow - Early Career Fellowship für Forschende aus dem Globalen Süden

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Digitale Souveränität ist mir wichtig, weil sie Aufschluss darüber gibt, wie politische Akteure in autoritären und hybriden Regimen die Rhetorik der Autonomie als diskursives Mittel einsetzen, um subtile Kontrollmechanismen zu verschleiern und autoritäre Macht zu legitimieren.

Projekt am Collegium: Digitale Souveränität oder digitaler Autoritarismus? Digitale Governance in hybriden Regimen neu denken

Abstract zum Projekt: Dieses Projekt untersucht, wie hybride Regime in Südostasien "digitale Souveränität" als politisches Instrument nutzen. Bislang konzentrierte sich die Forschung weitgehend auf autokratische Regime wie China und Russland, in denen Souveränität technologische Eigenständigkeit und eine geringere Abhängigkeit von westlicher Infrastruktur bedeutet. Weniger bekannt ist über hybride Regime, die sich auf die Souveränität über Informationen und Daten berufen, dabei aber strukturell von westlichen Plattformen und Kapital abhängig bleiben – im Gegensatz zu geschlossenen Autokratien, die eine echte technologische Substitution anstreben. Digitale Souveränität fungiert hier weniger als Unabhängigkeit, sondern vielmehr als Instrument selektiver staatlicher Autorität. Dieses Paradoxon hat eine längere postkoloniale Geschichte. Souveränität war einst Ausdruck des Widerstands gegen externe Herrschaft und verlieh ihr damit eine Sprache der Autonomie, die aktuelle Regime für ihre eigenen Zwecke umlenken können. Doch auch die koloniale Herrschaft stützte sich auf lokale Vermittler, um die innerstaatliche Autorität zu verwalten und gleichzeitig die Ausbeutung durch externe Kräfte zu ermöglichen. Ich untersuche diese Parallele am Beispiel des niederländischen Anbausystems (in Niederländisch-Indien) und zeige, wie lokale Autorität mit tieferer Abhängigkeit koexistieren kann. Dies hilft dabei, legitime Forderungen nach digitaler Autonomie von Souveränitätsansprüchen zu unterscheiden, die Einschränkungen der bürgerlichen Freiheiten normalisieren.

Zur Person:

  • Forschung an der Schnittstelle zwischen digitaler Politik und politischer Kommunikation mit Schwerpunkt auf Südostasien. Das aktuelle Projekt befasst sich mit affektivem partizipatorischem Autoritarismus und staatlichen Strategien zur Bewältigung regierungsfeindlicher Proteste
  • Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt, zuvor Gastwissenschaftler an der Cornell University, am KITLV in Leiden und am Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)
  • Veröffentlichungen bei der Cornell University Press (Indonesien, 2025), in Asian Politics & Policy und Contention sowie öffentliche Beiträge unter anderem bei der IAS-NUQ Press, in der Kyoto Review of Southeast Asia, bei New Mandala und in der Review of Democracy
  • Ausgezeichnet mit Bestes-Papier-Preisen des Swedish International Centre for Local Democracy, der Konrad-Adenauer-Stiftung, des ECPR und der OSZE
  • Forschungsprojekte, die unter anderem vom American Institute for Indonesian Studies (AIFIS – Henry Luce Foundation), dem Mercatus Center an der George Mason University, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und dem Institute for Humane Studies (IHS) finanziert wurden 

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Dr. Martín Harracá, Nationale Universität San Martín (Argentinien), Universität Buenos Aires und Universität Surrey (GB)

Dr. Martín Harracá, Nationale Universität San Martín (Argentinien), Universität Buenos Aires und Universität Surrey (GB)

Kistefos Fellow - Early Career Fellowship für Forschende aus dem Globalen Süden

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Ich bin davon überzeugt, dass digitale Souveränität der Schlüssel zu einer nachhaltigen und gerechten Entwicklung ist, denn sie entscheidet darüber, ob unsere Gesellschaften die Fähigkeiten aufbauen können, die diese Epoche erfordert, um ihre eigenen öffentlichen Aufgaben zu erfüllen.

Projekt am Collegium: Wer legt die Regeln fest? Wie die Regulierung digitaler Plattformen die lateinamerikanischen Volkswirtschaften prägt

Abstract zum Projekt: Digitale Plattformen haben sich zu einer zentralen Organisationsform entwickelt, welche die Ökosysteme der Akteure auf digitalen Märkten schafft und koordiniert. Da diese Märkte strukturell zur Konzentration neigen, legen marktbeherrschende Plattformen die Regeln fest, an die sich die Teilnehmenden halten müssen. Ihre Governance-Entscheidungen – Gebührenstrukturen, Teilnahmeregeln, algorithmische Kuratierung, Logistik und Datenrichtlinien – können daher als Industriepolitik fungieren: Sie beeinflussen, welche Akteure wachsen, wer Wert schöpft und wo sich die Aktivitäten konzentrieren. Im Gegensatz zur öffentlichen Politik müssen sie jedoch weder transparent sein noch öffentlich diskutiert werden oder einer demokratischen Rechenschaftspflicht unterliegen. Das Projekt untersucht, was dies für die wirtschaftlichen Dimensionen der digitalen Souveränität in den gastgebenden Volkswirtschaften bedeutet. Es kombiniert eine vergleichende Studie zu Amazon und MercadoLibre in Mexiko, Brasilien und Argentinien mit einem agentenbasierten Modell, das formalisiert, wie sich Governance-Entscheidungen von Plattformen auf aggregierte Ergebnisse auswirken. Das Modell dient dann als Testumgebung für politische Interventionen – Interoperabilität, Beschränkung der Vorzugsbehandlung eigener Dienste, Grenzen der vertikalen Integration –, wobei die Auswirkungen auf die Wertverteilung, die sektorale Zusammensetzung und die territoriale Konzentration verglichen werden.

Zur Person:

  • Adjunct Professor an der School of Economics and Business der Nationalen Universität San Martín, Buenos Aires, in Argentinien und Research Associate am Discrete Events Simulation Laboratory (Universität Buenos Aires) und am Centre for Digital Economy (Universität Surrey)
  • Promotion in Betriebswirtschaft (Universität Surrey), Master in politischer und wirtschaftlicher Analyse (Université Sorbonne Paris Cité) sowie Lizenziat in Wirtschaftswissenschaften (Universität Buenos Aires)
  • Forschung zu Wettbewerbs- und Machtdynamiken auf digitalen Plattformen die in Research Policy und Business Ethics Quarterly veröffentlicht wurde
  • Politikorientierte Forschung zur digitalen Transformation mit Projekten und Berichten für die British Academy, das IDRC, die ECLAC, die GIZ, die IDB, die ILO, UN Women und die SEGIB
  • Modellierungs- und Simulationsansätze für die Entwicklungspolitik

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Dr. Eno Trimçev, Universität Halle-Wittenberg

Dr. Eno Trimçev, Universität Halle-Wittenberg

Early Career Fellow

Bedeutung von digitaler Souveränität in einem Satz: Ich interessiere mich für die Bedeutung der digitalen Souveränität für das demokratische bürgerliche Dasein: für die Möglichkeiten des Zusammenlebens und gemeinsamen Handelns, die sie eröffnet; für jene, die sie möglicherweise ausschliesst; und dafür, was diese Veränderungen für die menschliche Entwicklung bedeuten könnten.

Projekt am Collegium: Als wären wir souverän: Digitalisierung und demokratische Zukunftsentwürfe

Abstract zum Projekt: Mein Projekt befasst sich mit der Frage, wie die Digitalisierung das demokratische bürgerliche Dasein in einer postvirtuellen Welt neu gestalten könnte, in der die Unterscheidung zwischen virtueller und physischer Realität nicht mehr als Ordnungsprinzip für soziale und politische Erfahrungen dient. Indem ich bereits in bestehenden Technologien und Projekten vorhandene Entwicklungen zu einer realistischen Gesamtvision zusammenführe, untersuche ich drei Dimensionen des postvirtuellen bürgerlichen Daseins: die vertikale Beziehung der Bürger:innen zur politischen Autorität; die horizontalen Beziehungen zwischen den Bürger:innen und die Formen des politischen Diskurses, die sie aufrechterhalten; sowie die Klassenstruktur der postvirtuellen Gesellschaft.
Anstatt digitale Souveränität in erster Linie unter den Gesichtspunkten individueller Autonomie, gesetzlicher Rechte oder der Kontrolle über Daten zu betrachten, untersucht das Projekt die Möglichkeiten des Zusammenlebens und -handelns, die die Digitalisierung eröffnet und gleichzeitig ausschliesst. Es zielt darauf ab, uns hier und jetzt in Bezug auf die Digitalisierung zu orientieren, indem es auf klassische und zeitgenössische politische Denkansätze zurückgreift, um einige der anhaltenden Fragen der politischen Philosophie im digitalen Zeitalter neu zu stellen.

Zur Person:

  • Institutionelle Anbindung: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Systemanalyse und Vergleichende Politikwissenschaft, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Wissenschaftlicher Hintergrund: Forschung und Lehre auf dem Gebiet der politischen Theorie; Promotion in Politischer Theorie an der Universität Oxford; Master of Science in Politischer Theorie an der London School of Economics. 
  • Forschungsinteressen: Demokratietheorie; Geschichte des politischen Denkens; bürgerliches Dasein bzw. Staatsbürgerschaft (citizenship); Ideologie; Technologie und Politik.
  • Zwei Veröffentlichungen neueren Datums: “Drinking Wine with Friends: Plato’s Lesson for Contemporary Democratic Theory.” American Journal of Political Science 68, no. 4 (2024): 1205–1216; sowie “Conservatism & Authority in the Post-modern Age.” In The Conservative Critique of Liberalism, herausgegeben von David McGrogan und Martin Beckstein, 70–88. Edward Elgar Publishing, 2026.

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